IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard hatte den Notenbanken unlängst nahegelegt,statt rund zwei Prozent künftig etwa vier Prozent Inflation zuzulassen. Erbegründete seinen Vorschlag vor allem damit, dass bei einer höherenInflationsrate der nominale Leitzins höher wäre und die Notenbanken so inKrisen mehr Spielraum hätten, die Geldpolitik zu lockern.
Weber, der 2011 neuer EZB-Präsident werden könnte, hält dem entgegen, dieNotenbanken hätten nicht nur den Zins, um die Wirtschaft zu stützen. In derKrise seien etwa im Euro-Raum die historischen Liquiditätshilfen fast nochwichtiger gewesen. Zudem richte eine höhere Inflation „weit mehr Schadenan, als sie Nutzen bringt“. Überdies kritisiert Weber, solche„Gespensterdebatten“ könnten aktuell die Inflationssorgen vielerMenschen anheizen. „Der IWF riskiert mit diesem Vorschlag die über Jahrzehntemühevoll gewonnene Glaubwürdigkeit der Geldpolitik auf dem Altar derKrisenbewältigung zu opfern“, so Weber.



