2.921.350 Jobs sind weg seit Herbst 2019. Das Jobwunder-Archiv macht einem echt Bauchschmerzen. 1.291 pro Tag. 2024 allein über 21.000 Unternehmensinsolvenzen.
Von Meinrad Müller
Bäckereien, Ziegelwerke, Glasfabriken… und jetzt sogar Oettinger. Die Brauerei, die jedem von uns aus dem Getränkemarkt bekannt ist, das billigste Bier im ganzen Land. Nach fast 150 Jahren macht sie dicht. Energie, Transport, Abgaben, waren einfach nicht mehr zu stemmen. Wenn selbst Oettinger fällt, dann weiß jeder, der noch einen Funken Verstand hat: Das ist kein Pech mehr, das ist Absicht.
Wir lesen das, schütteln den Kopf und machen weiter. Heizung läuft ja noch. Aber genau da liegt der Hund begraben: Es waren immer nur wenige, die dieses Land am Laufen hielten. Diese starken Pfeiler, welche Löhne bezahlen können, stehen nicht in den schicken Ministerien in Berlin. Aber jene, die mit ihrem Mundwerk die Welt retten wollen, schaffen keine Jobs. Sie stehen nicht in den Werkhallen um morgens um fünf das Licht anzumachen.
Immer nur ein paar Jäger haben die Sippe durchgebracht
Früher waren es die Jäger, und es waren auch immer nur wenige, die das konnten. Die sind losgezogen, ohne Mindestlohn, nur damit die Sippe abends was zwischen die Zähne bekam. Die „Jagdarbeitszeit“, ob zwei oder 15 Stunden, war kein Thema. War die Beute Null, dann hat eben die ganze Sippe gehungert.
Heute jagt der Unternehmer
Heute heißen diese wenigen Jäger Unternehmer. Manche sitzen erst abends am Küchentisch, rechnen, schwitzen, stecken das letzte Ersparte in eine Idee und kündigen irgendwann den sicheren Job. Dann hoffen sie auf Kunden, dann Mitarbeiter, die mitessen wollen und das ist gut so. Ohne diese Verrückten „Ich habe eine Idee“, gäb’s nämlich gar keine Arbeit.
Der Rucksack wird schwerer, das Revier kleiner
Je größer der Laden wird, desto schwerer wird der Rucksack. Löhne, Miete, Maschinen, Lieferanten, die eigene Familie, alles hängt am Chef. Der liegt nachts wach, weil der größte Kunde wieder neunzig Tage braucht um eine Rechnung zu bezahlen. Oder weil Berlin oder Brüssel gerade wieder eine neue Vorschrift aus dem Ärmel geschüttelt haben Lieferkettengesetz, Plastiksteuer, CO₂-Abgabe, Strompreise auf Mondniveau.
Jetzt macht Berlin den Jägern den Wald platt
Und genau da läuft die Hetzjagd. Nicht der Markt killt sie, nicht das Schicksal, Berlin killt sie. Mit Ansage. Ein Federstrich aus dem Regierungsviertel, und alles, wofür jemand sein Leben lang geschuftet hat, ist für die Katz. Wenn der Jäger keine Beute mehr machen darf, verhungert die Sippe mit ihm. Oder er packt seine Siebensachen und zieht dorthin, wo Strom wieder was kostet, was ein Mensch auch zahlen kann – USA, Ungarn, egal wohin.
20 Millionen Bürgergeldempfänger können keine Steuern zahlen, um weitere zwanzig Millionen zu ernähren.
Wenn die letzten Jäger weg sind, gibt’s nichts mehr zu fressen
Der Tod der Unternehmer ist der Tod der Jäger unserer Zeit. Wenn ein Volk keine Jäger mehr hat, bleibt am Ende nichts übrig – kein Fleisch, kein Feuer, keine Zukunft. Insolvenz anzumelden für seinen Betrieb, wird oft als Schande betrachtet. Nicht selten ist auch das Privathaus weg, weil es für Firmenkredite bürgte.
Was bleibt von einem Unternehmerleben? Verwehen die „Spuren im Sand“?
Zu den täglichen Jobverlusten:
https://egon-w-kreutzer.de/jobwunder-deutschland-2
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



